Survival Kit @ Home

Geschlechts- und diversitätssensible Technologien und Maßnahmen für die private und kooperative Krisenvorsorge

Krisen sind ein Teil unseres Lebens und können jederzeit auftreten. Während die Covid-Krise inzwischen ein ständiger Begleiter in unserem Alltag geworden ist, ist die Vorbereitung auf andere Krisen immer noch mangelhaft. Solche Krisen sind etwa ein Blackout, also ein mehrtägiger Stromausfall in weiten Teilen Österreichs oder Europas, oder ein schwerer Unfall in einem Atomkraftwerk, bei dem Österreich kontaminiert werden könnte. Welche Auswirkungen diese beiden Krisen am Beispiel Wiens haben können, zeigen unsere Szenarien-Factsheets, die Sie in Kürze unter "Informationen" herunterladen können.

Projektergebnisse
Wir führten eine Vielzahl von Interviews mit Expert:innen aus unterschiedlichen Organisationen der Nachbarschaftshilfe und verschiedener Communities. Die große Bereitschaft zur Teilnahme an den Interviews zeigte, dass in den Organisationen viel Bedarf für Austausch und Unterstützung besteht. Mit interessierten Privatpersonen hielten wir zudem Online-Reflexionsgruppen ab (bei Bedarf mit Übersetzung in österreichische Gebärdensprache und anderen Sprachen). So erfassten wir Herausforderungen, die zu bewältigen waren, und Lösungen sowie Kooperationsformen, die den Menschen in der Krise halfen. Die Ergebnisse der Auswertung haben wir in einem Bericht zusammengestellt. Der Bericht und die Zusammenfassung sind in Kürze unter "Informationen" abrufbar.

Speziell für Privatpersonen haben wir in übersichtlichen, barrierefreien Infoblättern Empfehlungen zur Krisenvorbereitung für Blackout und AKW-Unfall zusammengestellt (abrufbar unter "Informationen"). Empfehlungen speziell für gehörlose Personen finden Sie im Magazin GebärdenSache 2/2021.

Da Organisationen wertvolle Beiträge zur Krisenvorbereitung leisten können (sowohl für die Organisation selbst als auch für ihre Klient:innen), haben wir Infoblätter mit Empfehlungen für folgende Stakeholder vorbereitet: Organisationen der Nachbarschaftshilfe, Community-Organisationen, Organisationen des Pflege- und Sozialbereichs und Hausverwaltungen (abrufbar unter "Informationen").

Projektbeschreibung
Wie schützen wir uns selbst und andere in Krisensituationen? Wie bereiten wir uns auf ungewisse Bedrohungen vor? Welche Angebote unterstützen private Haushalte in solchen Ausnahmesituationen?

Neben staatlicher braucht es auch private Vorsorge. Das heißt, auch Haushalte sollen sich auf Krisen vorbereiten. Das interdisziplinäre Projekt Survival Kit @ Home hat dafür Maßnahmen und Technologien beforscht, wie Krisenvorsorge im privaten und gemeinschaftlichen Rahmen angeregt und erleichtert werden kann.

Im September 2019 startete die Forschungsarbeit. Um einen spielerischen Zugang zu einem so ernsten Thema zu ermöglichen, haben wir das Planspiel "Gemeinsam durch die Krise" entwickelt. Das Planspiel ist ein Kartenspiel für mehrere Personen und hat das Ziel, alle am Spieltisch gut durch eine Krisensituation zu bringen, aber auch aufzuzeigen, welche Folgen ein Mangel an manchen Ressourcen haben kann.

Ein von uns entwickeltes Übungsset sollte interessierten Privatpersonen ermöglichen, für ihren eigenen Haushalt, ihr privates Umfeld und ihre Nachbarschaft vorzusorgen. Unser Plan war zu beforschen, inwieweit solche Übungen hilfreich sind. Dafür wollten wir eine Vernetzungshilfe mit der youtoo.help-App anbieten. Bevor wir jedoch mit dieser empirischen Arbeit starten konnten, begann die Covid-Krise mit dem ersten Lockdown. Das Übungsset konnten wir im Projektverlauf nicht testen, wir stellen es aber allen interessierten Personen unter "Informationen" in Kürze zum Download zur Verfügung.

Medienanalyse
Die Covid-19 Krise führte zu einer umfangreichen Änderung unserer empirischen Arbeit. Sie fungierte als "Reallabor", indem sie aufzeigte, welche Bereiche zu managen sind, an die vorher niemand gedacht hatte, aber auch, welche Krisenvorbereitung hilfreich gewesen wäre. Um diese Erfahrung auch für weitere Krisen nutzbar zu machen, analysierten wir zunächst die Diskussion in verschiedenen Medien. Aufbauend auf den Themen, die bis Sommer 2020 im medialen Fokus standen, identifizierten wir vulnerable Gruppen, die durch die Covid-Krise besonders betroffen sind. Dabei bestätigte sich unser Ansatz, dass auch Menschen sehr schnell vulnerable werden können, die nicht damit rechnen - z.B. allein wohnende Menschen ohne Bevorratung und nachbarschaftliche Kontakte. Genderspezifisch wichtige Themen wie der Ausfall von Betreuungsleistungen bewirken einen schnellen Rückfall in alte Rollenmuster.

Stakeholder-Workshops
Ziel des Projekt ist es auch, das Krisenmanagement und die Zivilschutzorganisationen für gender- und diversitätsrelevante Aspekte der Krisenvorbereitung zu sensibilisieren. Wir organisierten zwei Stakeholder-Workshops, in denen die unterschiedlichen Akteur:innen gemeinsam erarbeiteten, wo noch Handlungsbedarf besteht, um möglichst alle Menschen gut durch eine Krise zu bringen. Eine schöne Bestätigung der Wichtigkeit unseres Themas ist die Rückmeldung eines Vertreters des Krisenmanagements: "Nicht Covid, sondern eure Veranstaltung hat mir die Augen geöffnet."

Ausblick
Wir planen, in einem Folgeprojekt speziell Organisationen aus dem Pflege- und Sozialbereich bei ihrer Krisenvorbereitung zu unterstützen.

Gerne stellen wir das Übungsset für Organisationen zu Verfügung. Wenn Sie darüber hinaus Interesse an einem Workshop haben, um Ihre Organisation und Ihre Klient:innen besser auf Krisen vorzubereiten, wenden Sie sich bitte an Nadia Prauhart.

Das Projekt wird vom BMK und der FFG im Rahmen der Programmlinie Talente/ FEMtech Forschungsprojekte gefördert.
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Laufzeit: 2019 bis 2022.
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Kontakt

Tel: +43/6991/523 61 31
Email:

Gefördert von

  • Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH; FFG; Programm-Management FEMtech

PartnerInnen

  • Dr.in Roswitha Hofmann; Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin
  • Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH
  • Youtoo GmbH

Infos

Mehr im Internet: