Euratom investiert in Rumänisches AKW

UVP-Verfahren unter der Lupe

Obwohl die Mehrzahl der EU-Mitglieder keine Atomkraft nutzen und weitere Länder den Ausstieg beschlossen haben, wird die umstrittene Energiequelle von Brüssel kräftig gefördert. Gut sieben Prozent der EU-Forschungsgelder fließen an die mit einem Sonderstatus ausgestattete Atombehörde EURATOM. Das Europäische Parlament entscheidet zwar über deren Gesamtbudget, jedoch nicht über die Vergabe dieser Mittel und die strategische Ausrichtung. Seit Jahren investiert EURATOM in osteuropäische Atomkraftwerke und nun auch in einen Neubau im rumänischen Cernavoda. Ein Kraftwerksblock ist in Betrieb. Nun geht es um den zweiten, der derzeit von italienischen und kanadischen Firmen errichtet wird.
Im Auftrag der italienischen Bankwatch-Organisation Campagne per la Reforma della Banca Mondiale hat das Ökologie-Institut zunächst die Unterlagen der Umweltverträglichkeitsprüfung durchgesehen und auf Mängel abgeklopft. Ebenfalls eine Mängelliste resultierte aus den Dokumenten zur Störfallplanung. Schließlich wurde anhand von Daten aus verschiedenen Quellen errechnet, dass Rumänien seinen Energiebedarf auch ohne dieses Atomkraftwerk stillen kann. Freilich hätte die Beurteilung alternativer Szenarien eigentlich schon Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung sein müssen. Mit der Gegenexpertise des Ökologie-Instituts in der Hand versuchen die Auftraggeber nun, die Finanzierung von Cernavoda 2 mit EU-Mitteln zu stoppen.
Die Ergebnisse finden hier - in englischer Sprache:

Laufzeit: 2002 bis 2003.

Kontakt

Tel: +43/6991/523 61 31
Email:

AuftraggeberInnen

  • Campagna per la Riforma della Banca Mondiale

PartnerInnen

  • Global 2000

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