Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelindustrie (AÖLI)

Abfallvermeidung ist der oberste Grundsatz der europäischen Abfallpolitik und insbesondere die Reduktion von vermeidbaren Lebensmittelabfällen ist aus ethnischen, moralischen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Gründen zu priorisieren. Die Europäische Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Vorschläge zur 30%igen Reduktion von Lebensmittelabfälle bis 2025 zu erarbeiten. Entlang der Wertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Produktion, über die Lebensmittelindustrie, während sämtlicher Transporte, beim Handel, in der Gastronomie und schlussendlich in den Haushalten entstehen enorme Lebensmittelverluste und es fallen zig tausend Tonnen Lebensmittelabfälle an. Einige Bereiche wie der Restmüll in Haushalten oder der Lebensmittelabfall im Lebensmitteleinzelhandel sind gut analysiert. Zu dem Anfall an Lebensmittelabfällen in den Produktionsprozessen der österreichischen Lebensmittelindustrie gibt es bisher keine Zahlen.

Die österreichische Lebensmittelindustrie erwirtschaftete laut WKO im Jahr 2013 ein Produktionsvolumen von rund 8 Mrd. Euro. 220 Hersteller, vornehmlich Klein- und Mittelbetriebe, beschäftigten ca. 26.000 Menschen. Der Lebensmittel-Cluster OÖ hat 263 Partner, die insgesamt 23.890 MitarbeiterInnen beschäftigen und rd. € 2,2 Mrd. Gesamtumsatz erwirtschaften. Der Lebensmittel Cluster NÖ hat derzeit 106 Mitglieder und Partnerbetriebe. Den größten Umsatz verbuchten Brauwirtschaft, sowie die Produzenten von Süßwaren, alkoholfreien Erfrischungsgetränken, Fruchtsäften und Fleischwaren. Effizienzmaßnahmen schonen nicht nur die Umwelt, sondern sind im zentralen Interesse der Unternehmen mit nachhaltigen, ressourcenschonenden und energieeffizienten Wirtschaftskonzepten.

Gründe für die Ursache von Lebensmittelabfälle in der Lebensmittelindustrie können vielschichtig sein, von Transportschäden, Lagerungsschäden, Produktionsabfälle in der Verarbeitung der Lebensmittel, technische Fehler (Kühlung, Verpackung, Etikette, etc.), menschliche Fehler, Überproduktion, Rückstellmuster, bis hin Retourwaren und Kommissionsware, u.v.m. Bei immer mehr der Produzenten steigt aber das Interesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig verantwortungsvoll zu agieren und zu produzieren. Internationale Konzerne wie Nestlé und Unilever planen bereits ihren Abfall bis 2025 zu halbieren.

Das Projekt AÖLI "Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelindustrie" wird durch die Einbindung der relevanten Stakeholder eine hohe Akzeptanz in der Branche hervorrufen.
Projektinhalt ist in erster Linie die Erhebung und Darstellung des Status Quo zum Thema "Lebensmittelabfälle in der Lebensmittelindustrie in Österreich: Zahlen, Gründe und Maßnahmen.
Zu Beginn wird eine qualitative Erhebung mit den Branchenvertretern der Lebensmittelindustrie zu Mengen- und Qualitätseinschätzung, Zusammensetzung des Abfalls, Gründe des Anfalls, derzeitigen Entsorgungswegen, Maßnahmen zur Vermeidung und getrennten Sammlung von Lebensmittelabfällen, Handlungsbedarf und Optimierungsmöglichkeiten durchgeführt.
Anschließend wir ein quantitative Erhebung bei Lebensmittelproduzenten zu den Mengen der jährlichen Abfälle an leicht vermeidbare, tlw. vermeidbare und nichtvermeidbare Lebensmittelabfälle in der Produktion führen und die Ergebnisse sollen eine Hochrechnung auf Jahresmengen für die einzelnen Branchen erlauben.

Aufbauend auf den Erhebungen werden branchen- und unternehmensspezifischen Lösungen zur Lebensmittelabfallvermeidung erarbeitet und konkret im Betrieb umgesetzt. Die Ergebnisse werden als Factsheet publiziert.

Finanziert durch die Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen mit Unterstützung von Reclay Österreich GmbH

Laufzeit: 2016 bis 2017.

Kontakt

Tel: +43/6991/523 61 01
Email:

Gefördert von

  • VKS Verpackungskoordinierungsstelle gemeinnützige GesmbH

PartnerInnen

  • ecoplus.Lebensmittel Cluster NÖ (LCNÖ)
  • Fachhochschule Wiener Neustadt
  • WKOÖ, Lebensmittelcluster OÖ (LCOÖ)